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Gruppenbild mit den Azubis aus Mosambik

Locker miteinander plaudernd sitzen die sechs jungen Männer aus Mosambik in der Werkhalle im BBS Ahaus und scherzen gemeinsam mit ihren Ausbildern. Fast ein halbes Jahr sind sie nun schon im Westmünsterland und noch immer macht ihnen die Ausbildung großen Spaß.

Und das, obwohl sie tagtäglich auf der Baustelle, in der Berufsschule oder beim Sprachunterricht mächtig gefordert sind. "Aber sie schlagen sich wirklich sehr gut", lobt Ulrich Bogenstahl. Er ist einer der sechs Unternehmer, die sich aktiv an der Initiative beteiligen, die die BAUVERBÄNDE.NRW gemeinsam mit mehreren Partnern auf die Beine gestellt haben.

Das Sextett aus Mosambik war bereits im Frühjahr zu Gast in Ahaus und Borken. Zunächst zum vierwöchigen Praktikum. Und nun - weil es so gut geklappt hat - als Auszubildende für die kommenden vier Jahre. Danach sollen die Jungs aktiv mithelfen, das Fachkräfteproblem in Deutschland abzumildern.

 

30.000 Arbeitskräfte fehlen auf dem Bau 

„30.000 Arbeitskräfte müssten eigentlich jährlich neu die Baustellen in Deutschland beleben“, weiß Bogenstahl. Darüber, dass man diese Zahl allein mit inländischem Potenzial nicht erreichen kann, sind sich alle Beteiligten einig. "Aber es ist ein Weg der kleinen Schritte, der hoffentlich erfolgreich und dann auch immer ein wenig größer werden wird", hofft Maike Rödelbronn, Abteilungsleiterin Berufsbildung bei den BAUVERBÄNDEN.NRW.

Unterstützt wird das Ganze vom Goethe-Institut – und beäugt von vielen Organisationen, ob es tatsächlich ein Erfolgsmodell werden kann. „Es ist der richtige Weg“, sagt Stefan Brun, Geschäftsführender Gesellschafter der Gebrüder Brun GmbH aus Heiden. „Wir brauchen Leute, die die Kelle in die Hand nehmen.“

Genau das wollen Benedito, Valdir, Zein, Agostinho, Cleyton und Lucas. „Das ist hier total faszinierend, nicht zu vergleichen mit Mosambik. Es gibt auf dem Bau so viele Maschinen und Hilfe“, verdeutlicht Clayton, der bei der Rheder Klinker und Fassadenbau GmbH eine Ausbildung zum Maurer und Betonbauer absolviert.

 

Sprachkurse und viel Geduld

Dass die Nachwuchskräfte die deutsche Sprache schnellstmöglich erlernen, stellt man in der BBS Westmünsterland in Ahaus sicher. Neben der überbetrieblichen Ausbildung steht hier dreimal in der Woche intensives Training mit Gülfidan Iyibas an. Die Deutschlehrerin beschäftigt sich „intensiv mit den sechs jungen Leuten. Sprache ist wichtig, vor allem für die Berufsschule und damit sie keinen Kulturschock erleben“. Auch das Berufskolleg in Ahaus zieht mit und hat dem Sextett den Einstieg sehr barrierefrei gestaltet. "Wir unterstützen, wo wir können und werden alles geben, die Jungs für die Prüfungen fit zu machen", betont Ingo Scheipers.

Für das gute Feeling drumherum haben die sechs Unternehmer viel Herzblut in die Waagschale geworfen. Zwei Wohngruppen wurden gebildet, einmal das "Team Ahaus" und das "Team Borken". Um die Wohnungen haben sich die Chefs persönlich gekümmert, zudem hat jeder Auszubildende ein 49-Euro-Ticket bekommen, um Land und Leute kennenzulernen.

 

Projekt-Fortsetzung im Visier

"Nach so kurzer Zeit bereits ein Fazit zu ziehen, ist vielleicht ein bisschen früh", weiß auch Maike Rödelbronn. "Aber schon der Anfang hat gezeigt, dass wir mit der Initiative auf dem richtigen Weg sind. „So sehen es übrigens auch die beteiligten Unternehmer. Es wird schon überlegt, im kommenden Jahr noch weitere Azubis aus Mosambik einzustellen. Fortsetzung folgt also.

Initiiert wurde das Projekt  durch das Goethe Zentrum in Mosambik und die BAUVERBÄNDE.NRW. Das Goethe Zentrum kooperiert im Rahmen der Initiative PASCH „Schulen: Partner der Zukunft“ des Auswärtigen Amts mit einer technischen Berufsschule in Beira, die auch die Auszubildenden besucht haben. Die Schule wird durch die Initiative bei der Durchführung und Weiterentwicklung ihres Deutschunterrichts unterstützt. Derzeit können rund 140 Schülerinnen und Schüler Deutschkurse an den Schulen besuchen.

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