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Die Wohnungsbauzahlen in Deutschland geben weiterhin Anlass zur Sorge.

Das Statistische Bundesamt hat aktuelle Zahlen zu den Auftragseingängen im Bauhauptgewerbe veröffentlicht, und eine Branchenumfrage des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) zeigt ein klares Bild: Die Lage im Baugewerbe ist weiterhin angespannt, insbesondere im Wohnungsbau.

Zwar wurden im Jahr 2023 etwa 295.000 Wohnungen gebaut, aber diese Zahl ist trügerisch. Die jetzt fertig gestellten Wohnungen wurden lange vorher beauftragt. Und sind vom Wunschziel der Bundesregierung mit jährlich 400.000 Wohnungen weit entfernt.

„Die aktuelle Situation im Baugewerbe ist immer noch alarmierend. Der kontinuierliche Rückgang der Wohnungsbauaufträge zeigt, dass dringender Handlungsbedarf besteht", betont Dr. Bernhard Baumann, Hauptgeschäftsführer der BAUVERBÄNDE.NRW. "Ohne sofortige und gezielte Maßnahmen zur Förderung des Wohnungsbaus, einschließlich der Senkung der Baukosten und der Anpassung der Förderprogramme, droht uns eine langfristige Krise. Die Politik muss jetzt handeln, um die Bauwirtschaft zu stabilisieren und die notwendige Grundlage für zukünftiges Wachstum zu schaffen.“

Die Fertigstellungszahlen zeigen, dass die Situation am Bau alles andere als stabil ist. Der Wohnungsbau, eine zentrale Stütze des Bauhauptgewerbes, leidet unter einer erheblichen Nachfrageschwäche. In den letzten zwei Jahren wurden vor allem bestehende Aufträge abgearbeitet, jedoch mangelt es an neuen Bestellungen. Bereits 2023 mussten die Wohnungsbaufirmen einen realen Auftragsrückgang von fast 20 Prozent im Vergleich zu 2022 verkraften. Im ersten Quartal 2024 setzte sich dieser Trend fort, mit einem weiteren Rückgang der Wohnungsbauaufträge um real sechs Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau.

 

ZDB-Umfrage zeigt verschlechterte Stimmung im Wohnungsbau

Eine kürzlich abgeschlossene Konjunkturumfrage des ZDB bestätigt die negative Entwicklung im Wohnungsbau. Nur 51 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als "Gut" oder "Befriedigend", während fast die Hälfte der Befragten ihre Lage als "Schlecht" einschätzt. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei einem Drittel. Besonders der Wohnungsbau drückt die Gesamtstimmung: Im Frühjahr 2023 beurteilten 40 Prozent der Wohnungsbaubetriebe ihre Lage negativ, im Herbst 2023 waren es 55 Prozent, und nun liegt dieser Wert bei über 60 Prozent.

Auch im Wirtschaftshochbau hat sich die Lage verschlechtert. Nur noch knapp die Hälfte der Unternehmen bewertet die Situation als gut oder zumindest befriedigend, während es vor einem Jahr noch zwei Drittel waren. Ein Lichtblick zeigt sich lediglich im Tiefbau, wo der Saldo der Geschäftslage nahezu ausgeglichen ist. Etwa 26 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Lage als "Gut", rund 28 Prozent als "Schlecht" und knapp die Hälfte als "Befriedigend".

 

Herausforderungen und Handlungsbedarf im Wohnungsbau

Seit dem Vorjahr sind fehlende Aufträge der häufigste Grund für Behinderungen im Baugewerbe, was von 60 Prozent der Unternehmen gemeldet wird. Der Fachkräftemangel bleibt ebenfalls ein großes Problem, auch wenn er aufgrund der schwachen Nachfrage nur geringfügig nachgelassen hat. Etwa die Hälfte der Unternehmen berichtet weiterhin von einem Mangel an Fachkräften, da die Betriebe auf eine zukünftige Nachfrage vorbereitet sein wollen. Diese Durststrecke zu überstehen, stellt vor allem für Wohnungsbaubetriebe eine immer größere betriebswirtschaftliche Herausforderung dar.

Die aktuellen Zahlen im Wohnungsbau machen deutlich, dass Bauherren und Investoren dringend auf die Umsetzung der angekündigten Förderprogramme warten. Politische Ankündigungen allein reichen nicht aus; eine Umsetzung im zweiten Halbjahr ist zu spät. Wichtig ist auch, die Zinssätze in den KfW-Programmen zu senken und die energetischen und technischen Anforderungen zu reduzieren, da diese Haupttreiber der Baukostensteigerungen der letzten vier Jahre um über 40 Prozent sind. Hier liegt großes Potenzial für einen möglichen Aufschwung im Wohnungsbau.

 

Umsatzentwicklung im Bauhauptgewerbe

Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes erzielten Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten im Bauhauptgewerbe im ersten Quartal 2024 einen Umsatz von etwa 20,2 Milliarden Euro, was einen nominalen Rückgang von mehr als 3 Prozent darstellt. Im Hochbau wurden rund 11,1 Milliarden Euro umgesetzt, ein Rückgang von etwa 9,5 Prozent. Der Umsatz im Wohnungsbau erreichte dabei etwa 4,7 Milliarden Euro, ein Rückgang von circa 14 Prozent. Der Tiefbau hingegen konnte einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro verzeichnen, ein nominaler Zuwachs von gut 5 Prozent, gestützt durch Projekte der Energie- und Mobilitätswende.

 

Hintergrund der Konjunkturumfrage

An der Frühjahrskonjunkturumfrage des ZDB im Jahr 2024 nahmen knapp 1.500 Unternehmen teil. Die Struktur und Geschäftsfelder der teilnehmenden Unternehmen blieben im Vergleich zu vorherigen Umfragen nahezu unverändert, sodass die Ergebnisse gut mit früheren Daten vergleichbar sind.

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