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Baukonjunktur in NRW deutlich im Aufwind
Öffentlicher Bau treibt Aufträge – Wohnungsbau erholt sich, Wirtschaftsbau bleibt verhalten.
Wie aus der aktuellen Schnell-Info zur Baukonjunktur für November 2025 hervorgeht, sind die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe von Januar bis November 2025 nominal um 14,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen.
Treiber dieser Entwicklung ist vor allem der öffentliche Bau, der im laufenden Jahr kräftig zugelegt hat. Die Auftragseingänge öffentlicher Auftraggeber stiegen im Berichtszeitraum um 30,9 Prozent. Diese Entwicklung ist aus Sicht der Bauwirtschaft positiv – und zugleich erwartbar.
Sondervermögen und NRW-Plan wirken
„Die hohen Zuwächse im öffentlichen Bau zeigen, dass die bereitgestellten Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und dem NRW-Plan zunehmend in konkrete Aufträge münden“, erklärt Dr. Bernhard Baumann, Hauptgeschäftsführer der BAUVERBÄNDE.NRW. „Die öffentliche Hand investiert spürbar – und das ist angesichts des erheblichen Sanierungs- und Modernisierungsbedarfs auch dringend notwendig.“
Die Bauverbände gehen davon aus, dass die hohe Ausgabenbereitschaft öffentlicher Bauträger auch im kommenden Jahr anhalten wird. Voraussetzung dafür bleibt allerdings, dass Planungs- und Genehmigungsverfahren zügig umgesetzt werden und die Mittel nicht in administrativen Engpässen stecken bleiben.
Wohnungsbau gewinnt an Dynamik
Erfreulich ist zudem die Entwicklung im Wohnungsbau, der nach schwierigen Jahren wieder an Dynamik gewinnt. Hier legten die Auftragseingänge von Januar bis November 2025 um 21,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Dies deutet darauf hin, dass sich der Wohnungsbau zunehmend aus seiner Talsohle herausarbeitet.
Gedämpft bleibt hingegen die Lage im Wirtschaftsbau. Die Auftragseingänge stagnierten hier im bisherigen Jahresverlauf nahezu und lagen mit plus 0,1 Prozent nur minimal über dem Vorjahresniveau. „Das ist leider eine Entwicklung, die wir seit einigen Jahren beobachten müssen“, stellt Dr. Baumann fest. „Das ist insofern besorgniserregend, weil der Wirtschaftsbau stets das Zugpferd unter den einzelnen Bausparten war.“ Hintergrund dieser langanhaltenden Zurückhaltung vieler Unternehmen hinsichtlich Bauinvestitionen ist die grundsätzlich schwache Wirtschaftslage in Nordrhein-Westfalen.
Positive Signale überwiegen
Insgesamt überwiegen jedoch die positiven Signale. Bereits jetzt liegt der Auftragseingang im Berichtszeitraum rund 700 Mio. € über dem ganzen Jahr 2024. Zugleich besteht die berechtigte Hoffnung, dass sich die positive Entwicklung – insbesondere getragen vom öffentlichen Bau und einem sich stabilisierenden Wohnungsbau – auch im kommenden Jahr fortsetzt.
„Jetzt kommt es darauf an, dass aus Auftragseingängen schnell reale Bauprojekte werden“, betont Baumann abschließend. „Entscheidend für 2026 wird sein, ob Genehmigungen schneller erteilt werden und Investitionen verlässlich umgesetzt werden können.“
Hier können Sie die aktuellen Baukonjunktur-Zahlen herunterladen: Baukonjunktur NRW



