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100 Jahre VOB: Regelwerk der Baubranche feiert Jubiläum
Seit 100 Jahren schafft die VOB faire Regeln für Vergabe und Bauleistungen in Deutschland.
Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) wird 100 Jahre alt: Am 6. Mai feiert das zentrale Regelwerk für das Bauen in Deutschland sein Jubiläum. Seit 1926 schafft die VOB einheitliche Regeln für Vergabe und Ausführung von Bauleistungen. Für die Bauwirtschaft ist sie weit mehr als ein juristisches Dokument: Sie steht für faire Verfahren, transparente Rahmenbedingungen und verlässliche Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Unternehmen. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), bezeichnet sie als „Grundgesetz unserer Baubranche“.
Für die Bauwirtschaft in NRW ist die VOB besonders wichtig, weil viele Betriebe im Wettbewerb um öffentliche Aufträge stehen. Einheitliche Regeln auf staatlichen Ebenen sorgen dafür, dass Unternehmen gleiche Chancen erhalten – unabhängig von Größe oder Standort. Gerade mittelständische Bauunternehmen, die regional Arbeitsplätze sichern und Infrastruktur instandhalten, profitieren von klaren Vergabeverfahren. Die VOB gilt damit auch als Bollwerk gegen Korruption, weil sie Transparenz stärkt und den Zugang zu öffentlichen Aufträgen fair regelt.
Praxisnahe Regelung für gemeinsame Lösungen
„Die VOB ist das einzige Regelwerk, das Auftraggeber und Auftragnehmer gemeinsam erarbeiten. Dieses Prinzip des freiwilligen Ausgleichs ist ihre eigentliche Stärke – und der Grund, warum sie seit 100 Jahren funktioniert“, sagt Felix Pakleppa. Für ihn ist die VOB ein Beispiel dafür, wie Staat und Wirtschaft konstruktiv zusammenarbeiten können. Auch mit Blick auf NRW zeigt sich: Praxisnahe Regeln entstehen dort, wo öffentliche Auftraggeber und Bauunternehmen gemeinsam Lösungen entwickeln und Verantwortung übernehmen.
Zum Jubiläum richtet sich der Blick nach vorn. Die Bauwirtschaft braucht auch künftig verlässliche, faire und mittelstandsfreundliche Rahmenbedingungen. Die VOB sollte deshalb mit derselben Sorgfalt weiterentwickelt werden, mit der sie seit 100 Jahren getragen wird. Pakleppas Wunsch an die Politik ist klar: Die Besonderheit dieses Regelwerks darf nicht vergessen werden. Für Betriebe, Auftraggeber und die öffentliche Infrastruktur bleibt die VOB ein zentraler Baustein funktionierender Bauprozesse.



