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BAUVERBÄNDE.NRW kritisieren geplante Entlastungsprämie der Bundesregierung
Bauverbände NRW kritisieren Entlastungsprämie als zusätzlichen Druck für Betriebe in schwieriger Lage
Die Bauverbände NRW reagieren mit deutlicher Kritik auf die im Bundeskanzleramt angekündigte steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie in Höhe von 1.000 Euro für Beschäftigte.
„Die Prämie ist formal freiwillig, erzeugt in der Praxis aber einen erheblichen Erwartungsdruck bei den Beschäftigten und setzt die Unternehmen damit faktisch unter Zugzwang. Gerade für kleine und mittlere Bauunternehmen stellt eine solche zusätzliche Belastung in der aktuellen wirtschaftlichen Lage ein ernsthaftes Problem dar“, erklärt Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Baumann.
Starker Kostendruck im Baugewerbe
Das Baugewerbe steht weiterhin unter starkem Kostendruck. Insbesondere die Preise für Energie und Rohstoffe haben sich in den vergangenen Monaten deutlich erhöht. Das betrifft vor allem mineralölbasierte Materialien. Bei langfristigen Bauprojekten geraten Unternehmen dadurch zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten, da gestiegene Kosten häufig nicht vollständig an Auftraggeber weitergegeben werden können.
Hinzu kommen die weiterhin hohen Spritpreise, die die Branche besonders stark treffen. Ein erheblicher Anteil des Energieverbrauchs im Baugewerbe entfällt auf Diesel. Sollten die Energiepreise auf diesem Niveau bleiben, ist zudem mit weiteren Preissteigerungen bei energieintensiven Baustoffen wie Zement und Stahl zu rechnen.
Arbeitsplätze und unternehmerische Substanz in Gefahr
„Die geplante Entlastungsprämie mag gut gemeint sein, greift aus Sicht der Bauwirtschaft jedoch zu kurz. Sie belastet die Betriebe zusätzlich in einer Phase, in der sie ohnehin mit hohen Kosten und zunehmenden bürokratischen Anforderungen konfrontiert sind“, so Baumann weiter. „Statt pauschaler Maßnahmen wäre es zielführender, besonders betroffene Gruppen gezielt zu entlasten.“
Genau so sieht das auch Marcus Nachbauer, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft: „Die Ergebnisse der Koalitionsklausur sind für die Bau- und Ausbauwirtschaft schlicht enttäuschend. Statt dringend benötigter Entlastungen für die Betriebe liefert die Bundesregierung das Gegenteil: Sie wälzt die Kosten ihrer Maßnahmen einseitig auf die Unternehmen ab. Es gilt ein einfacher Grundsatz: Verteilt werden kann nur, was zuvor erwirtschaftet wurde. Wer das ignoriert, gefährdet Arbeitsplätze und unternehmerische Substanz."



