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Niedrigwasser am Rhein: Steigende Frachtkosten treffen auch den Bau
Niedrigwasser auf dem Rhein verteuert Transporte und erhöht den Kostendruck für die Bauwirtschaft.
Das anhaltende Niedrigwasser auf dem Rhein wird zunehmend zum Kostenfaktor. Frachtschiffe können derzeit teilweise nur noch einen Bruchteil ihrer üblichen Ladung transportieren. Für die gleiche Gütermenge werden dadurch mehr Schiffe benötigt – und die Transportkosten steigen.
Wie deutlich dieser Effekt inzwischen ausfällt, zeigen aktuelle Marktdaten: Der internationale Preis- und Marktinformationsdienst Argus Media berichtete bereits Anfang Juli unter Berufung auf Marktteilnehmer aus dem Stahl- und Rohstoffsektor von 40 bis 60 Prozent höheren Frachtraten auf dem Rhein infolge des Niedrigwassers.
Für Transporte von Mannheim nach Rotterdam wurden dabei Frachtraten von rund 38 bis 42 Euro je Tonne genannt. Gleichzeitig berichteten Marktteilnehmer, dass Schiffe teilweise nur noch etwa 40 Prozent ihrer eigentlichen Ladekapazität nutzen könnten.
Auch in Nordrhein-Westfalen zeigt sich das Problem deutlich: Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt berichtete Ende Juli, das wegen des niedrigen Rheinpegels die Ladungen von rund 3.500 Tonnen auf etwa 1.500 Tonnen reduziert werden mussten.
Darunter leidet auch die Bauwirtschaft. Sand, Kies, Naturstein, Split, Bitumen und andere schwere Roh- und Baustoffe müssen in großen Mengen zu Aufbereitungsanlagen und Baustellen transportiert werden. Steigen die Kosten auf den Transportwegen, erhöht das auch den Kostendruck beim Bauen.
Dabei bleibt das Binnenschiff gerade für schwere Massengüter unverzichtbar. Selbst bei Niedrigwasser ist seine Transportleistung erheblich: Ein nur noch mit 400 bis 600 Tonnen beladenes Schiff ersetzt immer noch rund 20 bis 30 Lkw.
Die aktuelle Situation spricht deshalb nicht gegen den Transport auf dem Rhein – im Gegenteil. Sie zeigt, wie wichtig leistungsfähige Wasserstraßen und eine regionale Versorgung mit mineralischen Rohstoffen sind. Je kürzer die Wege von Sand, Kies und anderen Baustoffen zu den Verarbeitungsorten und Baustellen sind, desto geringer sind Transportkosten, Verkehrsbelastung und Emissionen.
Regionale Rohstoffversorgung und leistungsfähige Wasserstraßen sind damit auch Voraussetzungen für wirtschaftliches und bezahlbares Bauen.



