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Bauzinsen auf höchstem Stand seit 2009: Wohnungsbau braucht Entlastung
Die Bauverbände NRW warnen vor einem weiteren Rückschlag für den Wohnungsbau. Angesichts steigender Finanzierungskosten muss die Politik Bauherren gezielt entlasten und verlässliche Investitionsbedingungen schaffen.
Die Zinsen für Immobilienkredite haben den höchsten Stand seit 2009 erreicht. Nach Angaben des Finanzierungsvermittlers Interhyp liegt die durchschnittliche Verzinsung von Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung inzwischen bei knapp 4,5 Prozent. Damit ist auch das bisherige Hoch von rund 4,4 Prozent aus dem Jahr 2023 überschritten. Noch im März dieses Jahres lag der Durchschnittszins bei 3,6 Prozent.
Ein wesentlicher Treiber ist Krieg zwischen Iran und den USA. Der damit verbundene Inflationsdruck hat die Europäische Zentralbank dazu veranlasst, die Leitzinsen anzuheben. Zugleich treiben Inflationssorgen und die Erwartung längerfristig höherer Zinsen die Finanzierungskosten am Kapitalmarkt nach oben. Das verteuert auch Immobilienkredite und bedeutet für Bauherren höhere monatliche Belastungen und weniger finanziellen Spielraum.
Aus Sicht der Bauverbände NRW gefährdet diese Entwicklung dringend benötigte Investitionen. Treffen höhere Finanzierungskosten auf ohnehin hohe Baukosten, können selbst sorgfältig kalkulierte Vorhaben unwirtschaftlich werden. Werden Projekte verschoben oder aufgegeben, fehlen nicht nur Aufträge für die Bauunternehmen, sondern auch Wohnungen, die den angespannten Markt entlasten könnten.
„Bauherren können die Folgen internationaler Krisen nicht dauerhaft aus eigener Kraft abfedern. Wenn steigende Zinsen ihre Planungen erneut infrage stellen, muss auch der Staat reagieren“, erklärt Dr. Bernhard Baumann, Hauptgeschäftsführer der Bauverbände NRW. „Wir brauchen verlässliche Förderbedingungen, wirksame Entlastungen bei den Baukosten und gezielte Unterstützung bei der Finanzierung. Ein ohnehin angespannter Wohnungsmarkt verträgt keinen weiteren Investitionsstillstand. Wer mehr Wohnraum will, muss dafür sorgen, dass Bauen finanzierbar bleibt.“



